Elektrobiene:
für eine Standgestaltung, eine Wiese, wo unsere (N2, Messe Köln im Januar 2000) frischen Möbel wie Blumen hervorspriessen sollten, hatte ich die Idee eine strombetriebene Biene darüber kreisen zu lassen, um die Allegorie sozusagen abzurunden. Es gibt ja diese batteriebetriebenen Flugzeuge, die an einer Schnur Kreise an der Stubendecke drehen, ich wollte dasselbe Prinzip mit einem Netzadapter (bin ein grosser Feind von Batterien; ausserdem ist es für Messebetrieb nicht sonderlich praktisch alle 3 Stunden die Batterien zu wechseln) und einem bienenartigen Flugkörper realisieren. Da man die zwei Strompole für einen Elektromotor nur über Schleifkontakte über einen Punkt drehen lassen kann, fand ich in einer Kombination aus Kugellager und Kopfhörerstecker die nötigen Komponenten für eine permanente Stromversorgung.

Die Biene selber, Körper: Elektromotor, Flügel in Bewegung: Propeller, Flügel als Bild: rudimentärer Eingreifschutz aus Draht für den Propeller, sollte auch das charahteristische Summen von sich geben. Mit einer Modellschiffshupe und einem vorgeschalteten Neonuterbrecher kam das recht gut. Nur – der Schleifkontakt ging zu zäh – die Biene kam gerade so langsam auf Touren, wenn sie Ihr Kabel so fest verheddert hatte, dass dessen Energie zu gross wurde und die Biene aus ihrem schönen Flug holte. Das sah aus als würde sie angeschossen und verlöre sämtliche Orientierung, nach ein paar Zwirbelbewegungen fand sie dann aber wieder zu sich aufbauenden Kreisbewegungen zurück.


So hat eingentlich die technische Unzulänglichkeit zu etwas besserem verholfen: Die Biene hat jetzt etwas von einem unermüdlichen Willen, und die Realität holt sie immerwider zurück auf den soliden Boden von Sisiphusarbeit.


Material: LEGO-Transformer, Modellbaumaterial, Schweissdraht
Privatbesitz